Der Kanton Aargau beherbergt kritische Infrastruktur von nationaler Bedeutung: Kernkraftwerke, das Paul Scherrer Institut, Hochspannungsleitungen und eine dichte Industrieansiedlung. Für KMU in Aarau und im Aargau bedeutet das: Cyberangriffe können weit über den eigenen Betrieb hinaus Folgen haben – und die Anforderungen an IT-Sicherheit sind entsprechend hoch.

Aarau und der Aargau: Energie- und Industriekanton

Der Aargau ist der drittgrösste Wirtschaftskanton der Schweiz und beheimatet eine ausserordentlich breite Industriebasis: Von der Elektroindustrie mit dem Erbe von ABB bis zu spezialisierten Maschinenbauern, Kunststoffverarbeitern und Chemieunternehmen. Aarau als Kantonshauptstadt ist Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum, während das Umland mit industriellen Schwerpunkten wie Baden (Energie, Technologie) und Rheinfelden (Chemie, Pharma) den wirtschaftlichen Kern bildet.

Das Paul Scherrer Institut (PSI) in Villigen ist eines der bedeutendsten Forschungszentren Europas und ein Magnet für internationale Zusammenarbeit – und für staatlich gesponserte Cyberspionage. Die Kernkraftwerke Beznau und Leibstadt stellen kritische Infrastruktur dar, die nach internationalen Standards gesichert werden muss.

Diese Kombination – Energieinfrastruktur, Spitzenforschung, breite KMU-Basis – macht den Aargau zu einem der interessantesten und gleichzeitig risikoreichsten IT-Sicherheitssettings der Schweiz.

Konkrete Zahlen zur Bedrohungslage im Aargau

  • 1 von 4 Aargauer Industriebetriebe verzeichnete 2024 mindestens einen erfolgreichen Phishing-Angriff mit Datenzugriff (Aargauer Wirtschaftsverband, 2024).
  • CHF 340 Millionen Schaden entstand Schweizer Industrieunternehmen 2024 durch Cyberangriffe – bei KMU durchschnittlich CHF 160’000 pro Vorfall.
  • 87 % der Angriffe auf kritische Infrastruktur beginnen nicht beim Zielobjekt selbst, sondern bei einem Zulieferer oder Dienstleister im Umfeld (ENISA, 2025).
  • Verdoppelung der gemeldeten Ransomware-Vorfälle im Kanton Aargau zwischen 2022 und 2024 laut NCSC-Daten.

Die besondere Risikolage: Energiesektor und Zulieferkette

Kritische Infrastruktur als Angriffsmotivation: Der Aargau beherbergt die meisten Kernkraftwerke der Schweiz und wichtige Hochspannungsinfrastruktur. Während die Kraftwerksbetreiber selbst über umfangreiche Sicherheitsmassnahmen verfügen, sind Handwerks-, Planungs- und Dienstleistungsunternehmen im Umfeld dieser Anlagen potenziell schwache Glieder. Ein Elektriker mit Zugangsberechtigung zu einer Anlage und einem kompromittierten Laptop ist ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko.

ABB-Ökosystem und Automatisierungstechnik: Baden und das ABB-Umfeld im Aargau sind Zentren der industriellen Automatisierung. Die Schnittstelle von OT (Operational Technology) und IT ist eine der heikelsten Angriffsflächen der modernen Cybersicherheit. Steuerungssysteme für Anlagen, die ursprünglich nicht für Netzwerkkonnektivität ausgelegt waren, werden zunehmend vernetzt – mit entsprechenden Risiken.

Hightech Aargau und digitale Transformation: Das Programm Hightech Aargau fördert die Digitalisierung von KMU aktiv. Mit zunehmender Digitalisierung wächst jedoch auch die Angriffsfläche. Betriebe, die Cloud-Dienste einführen, ERP-Systeme vernetzen oder remote Arbeit ermöglichen, müssen Sicherheit von Anfang an mitdenken.

Forschungsspionage im Umfeld des PSI: Unternehmen, die mit dem PSI oder universitären Partnern im Aargau zusammenarbeiten, sind attraktive Ziele für Industriespionage. Forschungsdaten, Patente und Kooperationsverträge sind begehrte Informationen.

Wie Sie Ihr Unternehmen als ersten Schritt gegen Phishing schützen, zeigt unser Leitfaden zum Phishing-Schutz für Unternehmen.

IT-Sicherheit für industrielle Umgebungen: Was KMU brauchen

Für Industriebetriebe im Aargau reicht klassische IT-Sicherheit nicht aus. Wer Produktionsanlagen, Steuerungssysteme und Netzwerkinfrastruktur betreibt, muss Security gründlich denken:

OT/IT-Sicherheitsbewertung: Eine spezialisierte Bewertung der Operational-Technology-Umgebung deckt Schwachstellen auf, die reine IT-Scans nicht erfassen. Dazu gehören veraltete Steuerungssysteme, unsichere Fernwartungszugänge und fehlende Netzwerktrennung zwischen Büro und Produktion.

Penetrationstest für Industrieumgebungen: Ein gezielter Pentest simuliert einen Angriff auf Ihre spezifische IT-Infrastruktur – inklusive der Schnittstellen zu OT-Systemen. Für Aargauer Industriebetriebe ist das besonders relevant, da viele Systeme über Jahrzehnte gewachsen sind und Sicherheitslücken aufweisen, die nie systematisch bewertet wurden.

Red Teaming: Beim Red Teaming simulieren Sicherheitsexperten über Wochen hinweg einen realistischen, zielgerichteten Angriff – inklusive Social Engineering, physischer Zugriffsversuche und technischer Exploits. Das ist die effektivste Methode, um zu verstehen, ob Ihre Sicherheitsmassnahmen einem echten Angriff standhalten würden.

Sicherheitskonzept für Zulieferer: Wer im Umfeld kritischer Infrastruktur tätig ist, sollte ein dokumentiertes Sicherheitskonzept vorweisen können. Das wird von Auftraggebern zunehmend gefordert.

Regulatorische Anforderungen für Aargauer KMU

Informationssicherheitsgesetz (ISG): Das ISG verpflichtet Betreiber kritischer Infrastruktur zu detaillierten Sicherheitsmassnahmen. Für KMU, die direkt oder indirekt mit kritischer Infrastruktur verbunden sind, ergeben sich daraus Anforderungen an Lieferanten und Dienstleister.

Revidiertes Datenschutzgesetz (revDSG): Alle Unternehmen mit Personendaten – also praktisch alle KMU – müssen den Anforderungen des revDSG entsprechen. Datenpannen müssen innerhalb von 72 Stunden gemeldet werden.

Branchenspezifische Normen: Für Chemie- und Pharmaunternehmen im Aargau gelten weitere Normen (z.B. GMP in der Pharmaproduktion), die auch Anforderungen an IT-Systeme und Datensicherheit stellen.

Die grundlegenden Schritte zu einer soliden IT-Sicherheitsbasis finden Sie in unserer Cybersecurity-Checkliste für KMU.

Investition in Sicherheit: Was kostet Cyberschutz im Aargau?

Die Kosten für professionelle Cybersicherheitsdienstleistungen sind überschaubar – verglichen mit dem potenziellen Schaden eines erfolgreichen Angriffs. Ein Ransomware-Vorfall kostet Aargauer KMU im Schnitt CHF 160’000 direkt, dazu kommen Produktionsausfälle, Reputationsschäden und regulatorische Konsequenzen.

Professionelle Sicherheitstests sind planbar, transparent und messbar. Informationen zu typischen Kosten und Leistungsumfang finden Sie in unserem Überblick zu Red-Team-Kosten in der Schweiz.

Konkrete Empfehlungen für KMU im Aargau

Unabhängig von Branche und Grösse sollten Aargauer KMU folgende Massnahmen prioritär umsetzen:

  • Netzwerksegmentierung: Produktionsnetzwerk, Büronetzwerk und Gast-WLAN müssen strikt getrennt sein.
  • Patch-Management: Veraltete Softwareversionen sind die häufigste Ursache für erfolgreiche Angriffe. Ein systematischer Update-Prozess ist unverzichtbar.
  • Backup-Strategie (3-2-1): Drei Kopien, zwei verschiedene Medien, eine externe Sicherung. Täglich testen, ob die Wiederherstellung funktioniert.
  • Multi-Faktor-Authentifizierung: Für alle externen Zugänge obligatorisch. Ein gestohlenes Passwort soll allein nicht reichen.
  • Mitarbeiterschulung: Phishing ist der häufigste Angriffsweg. Regelmässige, realistische Schulungen reduzieren das Risiko messbar.
  • Incident-Response-Plan: Wer weiss, was im Ernstfall zu tun ist, reagiert schneller und begrenzt den Schaden.

Fazit

Der Aargau ist Schweizer Energiekanton, Forschungsstandort und Industriezentrum – und damit eine Region mit aussergewöhnlich hohem Cyberrisikoprofil. KMU, die im Umfeld kritischer Infrastruktur, Hightech-Industrie oder Forschungseinrichtungen tätig sind, tragen eine besondere Verantwortung für ihre IT-Sicherheit.

Ein professionelles Red Teaming liefert die ehrlichste Antwort auf die Frage: Wie sicher ist mein Unternehmen wirklich? Cybersecurity Switzerland führt gezielte Angriffssimulationen durch, die auf die spezifischen Risiken von KMU im Aargau zugeschnitten sind – diskret, methodisch und mit klaren Handlungsempfehlungen.

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